Aufgedeckt von: Verein WIR
Ein geleakter Bericht aus den obersten Ebenen der UBS sorgt für Unruhe in Finanz- und Politikkreisen. Das Dokument, das eigentlich unter Verschluss bleiben sollte, beschreibt eine Situation, die das bisherige Selbstverständnis der Schweizer Großbank infrage stellt. Die Analyse deutet darauf hin, dass sich hinter der Fassade von Stabilität und Kontrolle ein Risiko verbirgt, das kaum noch zu beherrschen ist.
Der vorliegende Bericht beschreibt ein Szenario, das nach Darstellung des internen Dokuments der UBS einen historischen Wendepunkt für die Schweiz als Finanzplatz und für ihre jahrzehntelang gepflegte Rolle als globaler sicherer Hafen markieren würde. Im Zentrum steht ein als „urgent“ gekennzeichneter Bericht des Risk Committees der UBS Group AG, der am 10. Januar 2026 um 03:17 Uhr Zürcher Zeit verabschiedet worden sein soll und dessen Inhalt in den frühen Morgenstunden desselben Tages an europäische Rohstoffhändler durchgesickert sei. Dieser Bericht trägt den Titel einer dringlichen Risikoanalyse zur Silber-Derivateposition der UBS und spricht von einer systemischen Bedrohung für die Bank selbst, für den gesamten Schweizer Bankensektor und für die Glaubwürdigkeit des Schweizer Frankens.
Kern des Dokuments ist die Feststellung, dass die kombinierte Silber-Short-Position der UBS und der übernommenen Credit Suisse ein Volumen von insgesamt 5,2 Milliarden Feinunzen erreicht habe. Diese Zahl übersteigt nach Darstellung des Risk Committees sowohl frühere interne Annahmen als auch die zuvor offiziell gemeldeten Exposures um ein Vielfaches. Konkret wird ausgeführt, dass diese Position dem 8,4-Fachen der jährlichen weltweiten Silberminenproduktion entspreche und zugleich das harte Kernkapital der UBS um 217 Prozent übersteige. Allein diese Relation wird im Bericht als Beleg dafür gewertet, dass es sich nicht um ein handhabbares Marktengagement, sondern um ein existenzielles Risiko handelt.
Der Bericht datiert die Entdeckung dieser tatsächlichen Größenordnung auf den 9. Januar 2026 gegen 01:00 Uhr nachts, als im Zuge der fortgeschrittenen Systemintegration nach der Credit-Suisse-Übernahme bislang nicht konsolidierte Handelsbücher sichtbar geworden seien. Laut Dokument hatte Credit Suisse über Jahre hinweg ein separates „Shadow Book“ im Bereich Silberderivate geführt, insbesondere über den Londoner Metallhandel. Diese Positionen seien überwiegend als außerbilanzielle OTC-Derivate strukturiert gewesen und hätten aufgrund nicht standardisierter Abwicklungsbedingungen nicht in den regulatorischen Meldungen und internen Gesamtsystemen aufgeschienen. Die offiziell gemeldete Silberexponierung der Credit Suisse habe bei rund 400 Millionen Unzen gelegen, während das tatsächlich verborgene Volumen zusätzliche 3,8 Milliarden Unzen betragen habe. Zusammen mit der bereits vor der Übernahme bestehenden Short-Position der UBS von rund 1,4 Milliarden Unzen habe sich so die tatsächliche Gesamtposition von 5,2 Milliarden Unzen ergeben.
Besonders brisant ist dabei laut Bericht, dass die UBS nach der Notübernahme der Credit Suisse im März 2023 aufgrund des extrem kurzen Zeitfensters von rund 72 Stunden keine vollständige Due-Diligence-Prüfung aller Derivatepositionen habe durchführen können. Man habe sich bei komplexen Rohstoffderivaten weitgehend auf die Angaben der Credit Suisse verlassen. Erst Ende 2025, im Rahmen der technischen Zusammenführung der Handelssysteme, seien massive Abweichungen aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt sei das frühere Management der Credit Suisse bereits nicht mehr im Amt gewesen, sodass eine nachträgliche Aufklärung der Entstehung dieser Positionen kaum möglich gewesen sei.
Unmittelbar nach der Entdeckung der tatsächlichen Dimension der Silberposition habe die UBS, wie für systemrelevante Institute vorgeschrieben, die Schweizerische Nationalbank informiert. Der Bericht schildert, dass sich am 10. Januar 2026 um 03:00 Uhr der Präsident der SNB sowie zwei Mitglieder des Direktoriums mit dem Executive Board der UBS zu einer Krisensitzung getroffen hätten. Dort seien vollständige Offenlegungen der Position, Mark-to-Market-Berechnungen sowie mehrere Risikoszenarien präsentiert worden. Grundlage dieser Berechnungen sei ein Silberpreis von rund 82 US-Dollar pro Unze gewesen, bei einem durchschnittlichen Einstiegspreis der Position von etwa 39 US-Dollar. Daraus habe sich ein buchhalterischer Verlust von rund 223 Milliarden Schweizer Franken ergeben, was das Tier-1-Kapital der UBS von rund 103 Milliarden Franken um mehr als 100 Prozent übersteige. In den Worten des Berichts bedeute dies, dass die UBS rein rechnerisch allein aufgrund ihrer Silberposition insolvent sei.
Die Reaktion der Schweizerischen Nationalbank wird als eindeutig und ultimativ beschrieben. Die weitere Bereitstellung der seit der Credit-Suisse-Rettung gewährten Liquiditätshilfen sei ausdrücklich an eine drastische Reduktion des Silberengagements geknüpft worden. Der SNB-Präsident wird mit der Aussage zitiert, eine Short-Position von 5,2 Milliarden Unzen sei nicht nur unvorsichtig, sondern stelle eine Gefahr für die Stabilität des Schweizer Frankens dar. Sollte das Vertrauen in die größte Schweizer Bank verloren gehen, sei auch die Funktion des Frankens als sicherer Hafen bedroht. Die SNB habe daher eine Frist von 30 Tagen gesetzt, innerhalb derer mindestens 80 Prozent der Silberposition, das heißt rund 4,2 Milliarden Unzen, abzubauen seien. Andernfalls werde die Nationalbank sämtliche Notfallliquidität entziehen, was die UBS innerhalb von 48 Stunden in die Zahlungsunfähigkeit treiben würde. Als verbindlicher Stichtag wird der 10. Februar 2026 genannt.
Parallel zur Intervention der Nationalbank beschreibt der Bericht eine politische Eskalation auf Bundesebene. Der Schweizer Bundesrat habe am 10. Januar 2026 in einer geschlossenen Sitzung über die systemische Gefahr beraten, nachdem er durch die SNB informiert worden sei. Laut Dokument sei die Einschätzung eindeutig gewesen, dass die UBS einerseits nicht ungeordnet kollabieren dürfe, andererseits aber auch nicht das wirtschaftliche Fundament des Landes gefährden dürfe. In diesem Zusammenhang habe der Bundesrat das Eidgenössische Finanzdepartement beauftragt, eine Notgesetzgebung zur vollständigen Verstaatlichung der UBS vorzubereiten. Sollte es der Bank nicht gelingen, den geforderten Abbau der Silberposition bis zum 10. Februar nachzuweisen, sei vorgesehen, dem Parlament eine entsprechende Vorlage vorzulegen. Die geschätzten Kosten einer solchen Nationalisierung werden im Bericht mit rund 300 Milliarden Schweizer Franken beziffert. Eine Abstimmung darüber sei für den 15. Februar 2026 terminiert, womit der UBS faktisch ein sehr enges Zeitfenster bleibe, um ihre private Existenz zu sichern.
Der Bericht legt anschließend detailliert dar, warum der geforderte Abbau in der vorgegebenen Frist als nahezu unmöglich gilt. Um die von der SNB verlangten 4,2 Milliarden Unzen innerhalb von 30 Tagen zu schließen, müsste die UBS rechnerisch im Durchschnitt rund 140 Millionen Unzen pro Tag kaufen. Da jedoch aus Gründen der Glaubwürdigkeit gegenüber der Aufsicht ein beschleunigter Einstieg vorgesehen sei, würden in den ersten 20 Tagen etwa 70 Prozent der Position abgebaut, was einem täglichen Kaufvolumen von rund 173 Millionen Unzen entspreche. Demgegenüber stehe ein durchschnittliches globales tägliches Handelsvolumen von lediglich etwa 8 Millionen Unzen. Die UBS müsste demnach über Wochen hinweg mehr als das 21-Fache des üblichen Marktvolumens absorbieren, was laut Bericht historisch beispiellos sei.
Zur Einordnung wird darauf verwiesen, dass die jährliche weltweite Silberminenproduktion bei etwa 800 Millionen Unzen liege. Die gesamte Short-Position der UBS entspreche somit rund sechseinhalb Jahresproduktionen. Selbst wenn die gesamte globale Förderung exklusiv der UBS zur Verfügung stünde, würde es nach dieser Logik mehr als sechs Jahre dauern, um die Position physisch zu decken. Für den 30-Tage-Zeitraum identifiziert der Bericht sämtliche realistisch verfügbaren Angebotsquellen, darunter laufende Minenproduktion, mögliche ETF-Abflüsse, Verkäufe privater Investoren, industrielle Lagerbestände und staatliche Reserven. Zusammengenommen ergebe sich daraus ein potenziell verfügbares Volumen von rund 766 Millionen Unzen. Dem stehe ein Bedarf von 4,2 Milliarden Unzen gegenüber, sodass ein physischer Fehlbetrag von etwa 3,4 Milliarden Unzen verbleibe. Daraus folgert der Bericht, dass der überwiegende Teil der Position nicht durch physische Lieferung, sondern durch Barausgleich, Papierkontrakte und langfristige Umschuldungen abgewickelt werden müsse.
Auf dieser Basis beschreibt das Dokument eine sogenannte hybride Exit-Strategie, die physische Käufe, das Glattstellen von Futures und Forwards an COMEX und LBMA, Barabgeltungen von OTC-Derivaten sowie die Umwandlung nicht zugeteilter Verpflichtungen in langfristige Lieferzusagen kombiniert. Die Gesamtkosten dieses Prozesses werden brutto mit rund 952 Milliarden Schweizer Franken veranschlagt, wovon nach Verwertung von Vermögenswerten und unter Einbezug von SNB-Liquidität ein Nettoverlust von etwa 189 Milliarden Franken bei der UBS verbleiben würde.
Ein zentrales Element des Berichts ist die Modellierung der Preiswirkungen dieser Zwangseindeckung. Drei externe Risikoanalysefirmen hätten unabhängig voneinander Szenarien berechnet. Im optimistischsten Fall, der von einer relativ geordneten Marktreaktion ausgeht, werde ein Endpreis von etwa 259 US-Dollar je Unze erwartet. Im Basisszenario, das moderate Marktverwerfungen und zusätzliche Käufe unter anderem durch China unterstellt, liege der projizierte Preis bei 298 US-Dollar je Unze. Im Extremfall, bei dem weitere Banken gleichzeitig ihre Short-Positionen decken müssten und staatliche Akteure aggressiv kaufen, könne der Preis bis auf 437 US-Dollar steigen. Das Risk Committee stuft das Szenario von 298 US-Dollar als das wahrscheinlichste ein und bezeichnet diesen Preis als mathematisches Gleichgewicht, bei dem genügend Angebot mobilisiert werde, ohne eine vollständige Kettenreaktion auszulösen.
Darüber hinaus analysiert der Bericht die Auswirkungen auf den Schweizer Franken und die Gesamtwirtschaft. Die Schweizer Volkswirtschaft wird als stark abhängig von zwei Säulen beschrieben, dem Finanzsektor mit rund 28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und hochwertigen Exporten mit etwa 43 Prozent. Beide seien auf Stabilität und Vertrauen angewiesen. Ein Scheitern der UBS oder eine staatliche Übernahme würde nach Einschätzung des Risk Committees unweigerlich Kapitalabflüsse in zweistelliger Milliardenhöhe auslösen und den Franken erheblich unter Druck setzen. Im schlimmsten Fall werde ein Wertverlust der Währung von 20 bis 30 Prozent für möglich gehalten, was die wirtschaftliche Basis des Landes fundamental erschüttern würde.
Der Bericht geht zudem auf geopolitische Effekte ein und stellt fest, dass insbesondere China, Russland und Indien über erhebliche strategische Silberreserven verfügten, die bei einem Preisanstieg massiv an Wert gewinnen würden. Bei einem Anstieg von 82 auf 298 US-Dollar je Unze würde sich der Wert dieser Reserven laut Berechnung um rund 691 Milliarden US-Dollar erhöhen, was faktisch einer Vermögensübertragung von westlichen Finanzinstitutionen zu östlichen Staaten gleichkäme. Diese Entwicklung wird als politisch problematisch, aber operativ unvermeidbar beschrieben.
Abschließend hält der Bericht fest, dass das Risk Committee der UBS den vollständigen, erzwungenen Ausstieg aus sämtlichen Silberpositionen einstimmig beschlossen habe. Der Vorstand sei autorisiert, sämtliche verfügbaren Instrumente einzusetzen, um bis spätestens 10. Februar 2026 eine Reduktion um 80 Prozent nachzuweisen. Andernfalls drohten der Entzug der SNB-Liquidität, die Insolvenz der Bank binnen weniger Tage und die anschließende Verstaatlichung. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Preis von 298 US-Dollar je Unze kein spekulatives Ziel, sondern das Ergebnis einer internen Zwangskalkulation sei. Die UBS handle demnach nicht aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit, um das Überleben der Bank und die Stabilität der Schweiz als Finanzplatz zu sichern.



